Die Lehren des Gleichgewichts

Dieser Artikel von Philippe Karl ist im November 2008 in der Zeitschrift Dressur-Studien erschienen (Ausgabe 3/2008).

Beim Reiten sitzt ein Mensch (ca. 75 kg) auf einem Pferd (ca. 450 kg). Obwohl das Gewichtsverhältnis dabei etwa eins zu sieben beträgt, maßt sich der eine an, den anderen nach Belieben lenken und gar dessen Gangarten stilisieren zu wollen. Dabei treten offensichtlich zwei Arten von Problemen auf: Die einen betreffen das Gleichgewicht, die anderen die Kommunikation von Reiter und Pferd.

Es ist verwunderlich – oder aufschlussreich –, dass beide Problemstellungen in den offiziellen Schriften, an denen sich die Dressurszene heutzutage orientiert, praktisch nicht erwähnt werden. Sicher wird dort verkündet, dass „falsche Gewichtsverteilung des Reiters die Balance und das taktmäßige Gehen des Pferdes stört“ (FN-Richtlinien für Reiten und Fahren, Band 2, 11. Auflage 1990, S. 51). In der Tat. Man müsste dem Reiter jedoch erklären, welche Balance? Um was zu machen? Und vor allem, wie kann er denn das Gleichgewicht beeinflussen?

Betrachten wir anhand einiger Beispiele die praktischen Auswirkungen einer Reiterei, die auf gesicherten Tatsachen der Gleichgewichts- und Bewegungslehre beruht – denn beide sind untrennbar miteinander verbunden. ...

Den vollständigen Artikel von Philippe Karl finden Sie hier.