In ihrer März-Ausgabe 2010 veröffentlichte die Zeitschrift "Pegasus – Freizeit im Sattel" einen vierseitigen Artikel, in dem Dr. Gerd Heuschmann Philippe Karl und seine Lehre der Légèreté kritisierte.

Philippe Karl wurde keine Möglichkeit eingeräumt, zu diesem Artikel Stellung zu beziehen. Die Veröffentlichung eines entsprechenden Antwortbriefs lehnte die Zeitschrift zunächst ab; mittlerweile wurde der Brief allerdings auf der Homepage der "Pegasus" veröffentlicht.

Dieser Brief ist hier im Folgenden abgedruckt:

Pegasus Pferde Verlag AG
Herrn Frank Horns
Erich-Kästner-Strasse 2
D - 56379 Singhofen


09.03.2010


Sehr geehrter Herr Horns,

in der Märzausgabe Ihrer Zeitschrift veröffentlichten Sie einen Artikel mit der bestürzenden Überschrift „Vergesst eure Hände!“. Dieser war zwar von „Dr. Gerd Heuschmann“ unterzeichnet, wurde tatsächlich jedoch von Ihrer Journalistin Frau Herrmann verfasst, auf der Basis von Informationen, die Dr. Heuschmann ihr hatte zukommen lassen.

Erlauben Sie mir ein paar Bemerkungen zu diesem Artikel:

  • Mit diesem Artikel hat die Zeitschrift „Pegasus“ Gerd Heuschmann ganze vier Seiten geboten, um meine Arbeit systematisch zu kritisieren – ohne irgendeine Gegendarstellung zu veröffentlichen. Diese Einseitigkeit verstößt gegen das elementarste journalistische Berufsethos. Diejenigen Ihrer Leser, die sich eine ausgewogene und objektive Informationsdarstellung wünschen, werden dies zu schätzen wissen. (Unterschätzen Sie sie nicht – diese Leser gibt es tatsächlich!)
     
  • Ähnliches gilt für die Bildauswahl: Sie ist ebenfalls einseitig, tendenziös und grenzt schon an Boshaftigkeit.
     
    • Wäre der Bildausschnitt des in Verden aufgenommenen Fotos auf Seite 39 nicht entsprechend gewählt, könnte der Leser erkennen, dass die Reiterin hier am Heben der Vorderbeine für den Spanischen Schritt arbeitet. Dafür müssen Pferdekopf und Reiterhände vorübergehend höher eingestellt werden. Warum veröffentlichen Sie nicht zusätzlich ein Foto desselben Pferdes in Dehnungshaltung, oder korrekt am Zügel stehend in den drei Gangarten, den Seitengängen, der Passage oder der Piaffe?
       
    • Mit der Gegenüberstellung der beiden Piaffe-Fotos ist es ähnlich. Der Friese piaffiert auf Halsring? Wunderbar! Ist er denn einzig und allein mithilfe des Halsrings ausgebildet worden?
      Davon abgesehen zeigt diese Gegenüberstellung, von Ihnen sicherlich unbeabsichtigt, dass die Beizäumung alleine (selbst gebisslos) keinesfalls eine gute Versammlung garantiert: Die Piaffe des Friesen bleibt ziemlich mittelmäßig. Dagegen sieht man deutlich, dass das Öffnen des Genicks jene maximale Aufrichtung des Halses erlaubt, die das Pferd braucht, um seine Lendenpartie zu beugen und sich bei vollem Erhalt der Aktivität WIRKLICH auf die Hanken zu setzen. Es braucht jedoch viel Wissen, um über den einfachen Anschein hinausblicken zu können ...
       
  • Die Zeitschrift „freizeit im sattel“ zeichnete sich immer durch ihre außergewöhnliche Offenheit aus. Leider muss man feststellen, dass sie unter der Regie von „Pegasus“ ihre Seele eingebüßt hat.
     
  • „Wer nur einer Glocke lauscht, hört nur einen Ton.“
    Deshalb möchte ich Ihre Leser einladen, sich auf meiner Internetseite (www.philippe-karl.com) in der Rubrik „Artikel“ meinen Kommentar zu der Begegnung in Verden durchzulesen. Dort finden sie alle Elemente, um sich ein eigenes Urteil zu den Kritiken von Dr. Gerd Heuschmann und zu seinem Verhalten zu bilden.

Dr. Heuschmanns Kritik beinhaltet keinerlei rationale Erklärungen, keine konkreten Beweise – nur Behauptungen. In einem Punkt ist sein Artikel jedoch kristallklar, so sehr fällt es ihm schwer, seine tieferen Beweggründe zu verdecken:
„Vom Wort zur Tat ist die Entfernung groß.“ (Cervantes, Don Quijote)
„Wollt Ihr Euch von der Wahrheit befreien? Dann erstickt sie mit Worten.“ (Goethe, Maximen und Reflexionen)
 
Ich berufe mich auf das Anrecht eines jeden, der sich infrage gestellt sieht, Stellung zu beziehen, und verlange, dass Sie diesen offenen Brief ungekürzt in der Aprilausgabe der Zeitschrift „Pegasus“ veröffentlichen.
 
Mit freundlichen Grüßen,

Philippe Karl