Schlusspunkt

Abschließender Kommentar von Philippe Karl zur Berichterstattung in den Medien über die Veranstaltung von Verden am 21. November 2009.

An alle Reitlehrer, Schüler und Freunde der Schule der Légèreté.

Ein halbes Jahr nach der Begegnung von Verden am 21. November 2009 ist es Zeit, Bilanz zu ziehen.
Als unbestreitbarer öffentlicher Erfolg der Schule der Légèreté wirkte die Veranstaltung wie ein Fußtritt in einen Ameisenhaufen und versetzte das reiterliche Establishment in helle Aufregung.

 

 

Ein Teil der so genannten Fachpresse gewährte daraufhin so mancher Frustration das Privileg, sich auszutoben – darunter „St. Georg“, „Pegasus“ und „Piaffe“. Kleine mediale Lynchjustiz. Systematische Kritiken ganz im Sinne der offiziellen Doktrin: keinerlei rationalen Begründungen, sondern willkürliche Behauptungen und kategorische Urteile. Das Ganze gekrönt mit einer böswilligen Bildauswahl und anderen Unterstellungen.

Die Schule der Légèreté ließe sich auf die Kunst der Manipulation reduzieren, und ich sei der Guru einer Schar von willenlosen Anhängern. So ist das! Kaum interessiert eine Reitphilosophie, die den offiziellen Thesen widerspricht, ein breites Publikum, wird sie beschuldigt, eine Sekte zu sein. (Das Wort ist gerade modern.) Ausgerechnet ich, der ich in all meinen Kursen, Interviews, Artikeln, Vorträgen oder Büchern unermüdlich erkläre, dass zwei plus zwei gleich vier ist ... Trotzdem werde ich des tyrannischen Dunkelmännertums beschuldigt – von jenen Aposteln, die uns zwingen wollen zu glauben, dass zwei plus zwei gleich fünf ist! Ganz offensichtlich fällt es ihnen schwer, zwischen „lehren“ und „indoktrinieren“ zu unterscheiden.

Bisher habe ich mich allen Begegnungen, Konfrontationen und anderen Herausforderungen gestellt. Dennoch haften der Schule der Légèreté zwei unauslöschliche Makel an. Da sie den wahren Inhalt hohler Phrasen und vorgefertigter Meinungen aufdeckt, wirft man ihr vor, „polemisch“ zu sein. Da sie weder zur Phrasendrescherei noch zu Politikerkompromissen neigt, verurteilt man sie als „arrogant“. Die Kleingeistigen glauben, dem begegnen zu können, indem sie große Worte schwingen.
Eines ist sicher: Heutzutage wird nicht gern gesehen, wer klare Ideen hat und geradlinig ist.

Darüber hinaus besaß nicht eine dieser Zeitschriften die Eleganz oder bloße intellektuelle Ehrlichkeit, mir – obwohl ich namentlich in Frage gestellt wurde – die Möglichkeit zu geben, auf die Artikel zu antworten. Ein aufschlussreicher Ostrazismus. Bei „Pegasus“ verweigerte man mir sogar die Veröffentlichung einer Gegendarstellung auf die vier Seiten, die Herrn Heuschmann eingeräumt wurden. (Diese Gegendarstellung finden Sie nun hier auf der Internetseite.) Und erst letztens widmete die Aprilausgabe von „Pferde Regional“ der Verteidigung des armen, vom bösen Reitmeister gequälten Tierarztes ganze fünf Seiten. Die Autorin dieser Wohltätigkeitsunternehmung, Anne Schmatelka, schreibt ebenfalls für die FN-Mitgliederzeitschrift „PM Forum“. Ist die Welt doch klein!

Alles in allem stellt sich eine grundsätzliche Frage: Warum stört eine kleine Sekte in diesem Maße eine große Mafia?

Dabei springt die Moral der Geschichte förmlich ins Auge:

  • Die Einheitsdenker müssen sich in der Tat sehr angegriffen fühlen und um Argumente verlegen sein, um derart die Beherrschung zu verlieren und sich mithilfe gefälliger Journalisten so einem parteiischen Ausbruch hinzugeben.
  • Letztendlich haben diese kurzsichtigen Strategen nicht verstanden, dass ein solches Konzert der Mittelmäßigkeit, ein solches Fest der Aggressivität eine zweifache Wirkung hat: nämlich als Hommage und Werbung. Als Hommage, denn eine Kritik ist immer so viel Wert wie ihr Autor und seine Motive. Als Werbung, denn diejenigen, die sich wirklich informieren, die nachdenken und sich nicht willig der Gehirnwäsche des politisch Korrekten unterordnen, lassen sich nicht täuschen.

Übrigens erscheint demnächst – ohne dass ich sie angefordert hätte – eine Reihe von Artikeln von ganz anderem Kaliber, von Journalisten geschrieben, die diesen Namen wirklich verdienen. Sie werden dazu beitragen, die Dinge wieder ins rechte Licht zu rücken.

Die Schule der Légèreté erhält immer mehr Unterstützung, von Reitern, Ausbildern, Osteopathen, Tierärzten, Experten der Verhaltensforschung und Tierpsychologie. Weltweit wird das Interesse an dieser Reitphilosophie immer größer: in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Schweden, Dänemark, Italien, Spanien, Großbritannien, Kanada, USA, Australien, Südafrika und Frankreich. Ob ihnen das gefällt oder nicht – damit müssen sich die Einheitsdenker wohl abfinden.

Zum Schluss möchte ich allen rachsüchtigen Frustrierten und anderen zänkischen Schreiberlingen noch ein paar Themen zur Reflexion empfehlen.
Eine Kritik ist nur glaubhaft, wenn sie zwei Voraussetzungen erfüllt, nämlich:

  • Unvoreingenommenheit: „Um etwas beurteilen zu können, müssen beide Ohren gleich sein.“ (Deutsches Sprichwort)
  • und Kompetenz: „Die Glocken rufen zum Gebet und gehen selbst nie hin.“ (Martin Luther)

Und falls manche, wenig um Berufsethos bemühte Journalisten ihrem Beruf keine Ehre machen, dann zweifellos, um der Definition eines gewissen Bismarck zu entsprechen: „Ein Journalist ist jemand, der seine Berufung verfehlt hat.“

Philippe Karl, Juni 2010